Der Bote der Göttin

Veröffentlicht auf von Raven

Glücklich kann ich mich nun auch als Besitzerin eines "Eschendrachen bezeichnen. Für die, die nicht wissen, was das ist:

 

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Ein Stab aus Eschenholz mit Drehwuchs. Okay mein Exemplar ist schon ein kleines Stämmchen und dementsprechend schwer und leider auch nicht unbedingt gerade.Aber ich bin trotzdem sehr glücklich, ihn nun in den Händen halten zu dürfen.

 

Wie es dazu kam?

Nun, in der letzten Nacht herrschte ein ziemlicher Sturm hier, der innerhalb der Stadt schon heftig war (musste mein Fenster schließen, weil ich Angst hatte mir fliegen die Blumen runter o.O), dementsprechend musste er auf dem freien land noch heftiger sein. So hat er wohl sich das eine oder andere opfer geholt. Darunter auch meinen Eschendrachen, der vorher ein kleines Bäumchen gewesen war. Es hatte wohl generell eher die kleinen Bäumchen getroffn, aber auch die Großen Riesen mussten ordentlich Äste lassen. So waren viele kleine Bäume teilweise sogar entwurzelt und umgeknickt.

 

Ich ging nachmittags durch den Wald, wollte sehen ob ich was Brauchbares an Deko für meinen Hausaltar und meinen Kraftort finde. Leise, wie ich es mir für einen Waldläufer und Druidenanwärter angewöhnt hatte, tapste ich nun durch den Wald, Augen und Ohren offen für alles, was um mich herum passierte. Da sah ich hinter einem kleinen holunderbusch ein Augenpaar, welches mich entschlossen fixierte. Ich blieb stehen, reckte den Kopf ein wenig und konnte zwischen den Ästen die Gestalt eines Rehs erkennen. Ich vermutete, dass das Tier jeden Moment ins Dickicht flüchtete, doch dem war nicht so. Es blickte mich an, ging dann ein Stück an mir vorbei zu einer kleinen Gruppe Eschen und graste dort. Ich beobachtete es eine Zeit. Nachdem es erstmal gefressen hatte, blickte es mich nochmal an und sprang dann fort in die Tiefen des Waldes.

 

 Ich blieb noch eine Weile stehen und überlegte, was das zu bedeuten hatte. Das Tier hatte sich doch merkwürdigerweise ruhig und gelassen verhalten, obwohl man es doch so schrekchaft kennt. Zumal es sicher nicht oft auf einen Menschen in diesem Wald trifft und dementsprechend verwundert gewesen sein musste über mich überraschenden Besucher.

Nach ner Weile beschloss ich, zu den Erlen zu gehen, wo das Reh zuvor gefressen hatte. Tatsächlich waren einige Äste abgerissen, andere Bäumchen sogar komplett entwurzelt oder abgebrochen. Kein Wunder, die Eschengruppe stand auch auf einer größeren Waldlichtung.

Als ich zwischen dem frischen Holz umherstieg, sah ich ihn: das kleine entwurzelte Eschenbäumchen mit Drehwuchs.

Nun war mir klar, warum das Reh so komisch war. Es musste ein Bote der Göttin Natur sein, der mich auf dieses kostbare Geschenk aufmerksam machen wollte.

Ich war begeistert. Ich kniete mich vor das Bäumchen, legte meine Hand auf den dünnen Stamm und ehrte den Baumgeist, dass er im Sturm sein Leben ließ. Dann wollte ich mich ranmachen, den Stamm von den Wurzeln und übrigen Ästen zu trenen, doch dann überlegte ich und bat die Natur um ein Zeichen, dass mein Tun auch wirklich richtig war. Da schien nach ein paar Minuten ein Sonnenstrahl auf die Lichtung, die Sonne schaffte es, ein kleines Loch in die graue Wolkendecke zu reißen. Nun war ich mir sicher, ich begann in mühevoller Arbeit mit meinem Mini-Sägemesser die Äste und den Wurzelstock abzusägen, sodass nur noch der Stamm übrig war. Dann nahm ich ihn und ging nach Hause, jedoch nicht, ohne vorher an meinem Kraftort ein Stück meines Apfels, den ich mir als Proviant mitgenommen hatte, da zu lassen, als Dank an die Göttin Natur und all ihre Lebewesen.

 

 

Nun liegt der Eschendrachen Bei mir zuhause und ich überlege, was ich noch mit ihm mache um ihn zu schmücken. Ich dachte vor allem an jene Kette aus Tierzähnen, Hirschgeweihspitzen und einem Knochen, die auch oben auf dem Bild zu sehen ist. Sonst werde ich ihn wahrscheinlich so lassen wie er ist, in seiner herrlichen Pracht.

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